mare nostrum


Freundlich ist unser Empfinden, wenn wir an das Mittelmeer denken,
eine mediterrane Kulturlandschaft, die Europa geprägt und bereichert
hat, die für viele mit Sommerfrische und Kindheit verbunden ist. Seitdem
die Bilder von Bootsflüchtlingen aus den Medien nicht mehr
wegzudenken sind, hat sich der Sehnsuchtsblick getrübt.
Ein Boot am Horizont ist nicht mehr nur ein Boot, hoher Wellengang
nicht mehr nur ein Naturschauspiel – das Mittelmeer ein Massengrab.
Unzählige Lebensläufe enden hier anonym und unbetrauert – das
Verschwinden einer nicht zu beziffernden Anzahl von Menschen, die
Namen und Identitäten hatten, Heimat, Familie und Zukunftspläne.
Eine künstlerische Annäherung an eine Wirklichkeit, die jedes
Auffassungsvermögen übersteigt, jede Wahrnehmung verstört. Ein
Versuch von der Tragödie zu erzählen, die auch eine Erzählung über uns selbst ist.
Malerei und mixes media 204 – 2017