malerei und collage (2013-2014)

zeichen um zeichen - hommage an ernst meister

der dichter ernst meister (1911 – 1979) hat in der philosophischen wie künstlerischen auseinandersetzung mit der vergänglichkeit des menschlichen lebens den begriff der verschwindensästhethik geprägt als die durch den tod notwendigerweise eintretende erlöschung aller sinne und dem damit einhergehenden verlust an erkenntnisfähigkeit und künstlerischer gestaltungsmöglichkeiten. Die daseinsfrist, die dem menschen bleibt, nennt meister einen zeitspalt. Sein lyrisches werk weist als eine art grundierung diese auseinandersetzung mit der flüchtigkeit des menschlichen lebens und dem verrinnnen der zeit auf.
ausgangspunkt der bildnerischen arbeiten zu ernst meister ist das gedicht „jetzt“ aus dem gedichtband fermate (1957). Da meisters dichtung sich meist am rande des denk- und sagbaren bewegt, kreisen seine gedichte oft um präzise, abstrakte gedankengebäude. eine eigenständige bildnerische auseinandersetzung mit dem thema zeit auf den spuren ernst meisters führt mich über die konkrete figur des dichters und biografische anleihen. ausgangspunkt sind fotos, die verfremdet, gezeichnet, abstrahiert, mit linien, collagen, worten dem denk- und schreibprozess des lyrikers nachspüren.
die serie entstand als beitrag des projektes „zeichen und zeichen. kunst zur lyrik von ernst meister“ des frauenkunstforums. es wurde 2014 erstmals im kreishaus schwelm als gemeinschaftsausstellung von 18 künstlerinnen gezeigt.(www.frauenkunstforum)

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